Wechsel der Veräußerungsform nach §20 EEG 2014
Gemäß der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), die zum 1. August 2014 in Kraft trat, gibt es neue Formen der Direktvermarktung für Anlagenbetreiber/-innen. Dabei entfällt die Direktvermarktungsform zum Zwecke der Verringerung der EEG-Umlage (Grünstromprivileg). Es gibt die folgenden Veräußerungsformen

  1. geförderte Direktvermarktung (§ 20, Abs.1, Nr.1 EEG 2014 in Verbindung mit § 34 ff. EEG 2014)
  2. sonstige Direktvermarktung (§ 20, Abs. 1, Nr. 2 EEG 2014)
  3. Einspeisevergütung nach § 37 EEG 2014 (kleine Anlagen und Bestandsanlagen mit Inbetriebnahmedatum vor dem 1. August 2014)
  4. Einspeisevergütung nach § 38 EEG 2014 (große Anlagen mit Inbetriebnahmedatum ab dem 1. August 2014)

Auf Grund der Novellierung des EEG ergeben sich für die Wechselfristen und die Voraussetzung zur Direktvermarktung Änderungen in der Verfahrensweise. Dazu hat die Bundesnetzagentur am 25. Juli 2014 das Festlegungsverfahren zur Anpassung der „Marktprozesse für Einspeisestellen (Strom)“ – BK6-14-110 - an das EEG 2014 eröffnet. Aktuelle Informationen und Ergebnisse zum Festlegungsverfahren finden Sie auf der Seite der Bundesnetzagentur.

Bis zur Festlegung von Übergangsregelungen durch die Bundesnetzagentur gelten die derzeitig bestehenden Marktprozesse entsprechend der Festlegung BK6-12-153 fort:

Wir können eine fristgerechte Anmeldung nur gewährleisten, wenn Sie den Wechsel in die Direktvermarktung nach dem EEG spätestens vor Beginn des jeweils vorangegangenen Kalendermonats bei dem Netzbetreiber anzeigen (zum Beispiel gewünschter Beginn der Direktvermarktung im März 2012, späteste Meldung bis 31. Januar 2012).

Bitte beachten Sie, dass Sie auch bei bereits bestehender Direktvermarktung eine Änderung der Direktvermarktungsform, eine Änderung der prozentualen Anteile oder bei einem gewünschten Wechsel zurück in die EEG-Vergütung dies bis vor Beginn des vorangegangenen Monats bei uns melden müssen.

Der Anmeldeprozess sieht vor, dass seit dem 01.10.2013 die Einspeisermeldungen an unsere EDIFACT-Kommunikationsadresse edifact@e-dis.de zu senden sind.
Sollten Sie noch keine aktualisierten Stammdaten besitzen, so bitten wir Sie, diese durch eine sogenannte ORDERS-Anfrage ab dem 01.10.2013 über die auf unserem Kontaktdatenblatt genannte EDIFACT-Adresse abzufragen.
Gemäß dem Beschluss BK6-12-153 haben Anlagenbetreiber weiterhin die Möglichkeit, die Rückzuordnung der Einspeisestellen in die gesetzliche Vollförderung des EEG anhand dem Formular "Rückzuordnung von Einspeisestellen" durchzuführen.
Dazu lassen Sie uns bitte das ausgefüllte Formular per Fax oder per Email an das Postfach direktvermarktung@e-dis.de zukommen.


Fernsteuerbarkeit § 36 EEG 2014
Die Regelungen zur Managementprämienverordnung werden ab dem 1. August 2014 durch das EEG 2014 §§ 35 und 36 abgelöst. Die darin beschriebene Fernsteuerbarkeit durch Dritte ist demnach eine Voraussetzung zur Inanspruchnahme der Marktprämie für alle Anlagen. Entsprechend der Übergangsregelung nach § 100 Abs. 1, Nr. 5 in Verbindung mit den Übergangsregelungen aus Nr. 8 ergibt sich eine Übergangsfrist zur Umrüstung der Anlagen bis zum 1. April 2015.

Die Fernsteuerbarkeit nach § 36 EEG 2014 ist für Neuanlagen bis zum zweiten Monat nach Inbetriebnahme der Anlage zu erfüllen (§ 35 EEG 2014).

Für den erforderlichen Nachweis stellen wir ein standardisiertes Formular "Erklärung zur Fernsteuerbarkeit nach § 35 EEG 2014 zur Erfüllung der Voraussetzung für den Anspruch auf Zahlung der Marktprämie (§§ 34, 35 EEG 2014)" zur Verfügung.

Achtung:
Bitte prüfen Sie vor(!) der Anmeldung zur Direktvermarktung, ob folgende Punkte erfüllt werden:
Die Anlage ist mit einer technischen Einrichtung im Sinne des § 9 Abs. 1 Nr. 1 und 2 (EEG 2012) ausgestattet, mit der der Netzbetreiber jederzeit

  1. die Einspeiseleistung bei Netzüberlastung ferngesteuert reduzieren kann und
  2. die jeweilige Ist-Einspeisung abrufen kann.

Ihr Kontaktdatenblatt mit edifact-Adresse für die 1:1 Marktkommunikation liegt der Anmeldung vor.