Mit dem Abschluss des Einbaus von 100 intelligenten Messsystemen startet in Bergen auf der Insel Rügen die heiße Phase des Pilotprojektes für den Einsatz neuartiger moderner Messsysteme.

Am Mittwoch dieser Woche baute Zählermonteur Maximilian Hirsch das letzte der 100 intelligenten Messsysteme in Bergen auf Rügen im Rahmen des E.DIS-Pilotprojektes ein. Bergens Bürgermeisterin Anja Ratzke schaute persönlich vorbei und lies sich von den Experten des regionalen Energiedienstleisters die Funktionsweise des elektronischen Zählers und der Datenübermittlung erklären. Das verbaute Gerät misst und überträgt ab sofort die Daten des Stromverbrauchs eines Teils der Bergener Straßenbeleuchtung.

„Mit diesen innovativen Zählern entfällt das Ablesen vor Ort. Das hat in der Vergangenheit personelle Kapazitäten in der Verwaltung gebunden, gerade auch unter Berücksichtigung des großen Amtsgebietes Bergen. Wir können mit den neuen Geräten in der Verwaltung direkt auf unsere Verbrauchsdaten zugreifen“, nennt Bürgermeisterin Ratzke den derzeit wichtigsten Vorteil beim Einsatz der neuen Technik.

Von den 2.100 Netzkunden in Bergen, Sassnitz, Prora, Binz und Sellin, die von ihrem regionalen Energiedienstleister unter Bezugnahme auf das „Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende“ und das damit verbundene neue Messstellenbetriebsgesetz Post erhielten, haben 260 geantwortet. Nach dem Abschluss des Einbaus in Bergen geht es in den kommenden Tagen in den genannten Ostseebädern weiter.

Die neuen Geräte werden zukünftig entsprechend den gesetzlichen Vorschriften u. a. für Stromkunden mit einem Jahresverbrauch ab 6.000 Kilowattstunden beginnend im Herbst 2017 bis zum Jahr 2032 verbindlich zum Einsatz kommen.

Kunden, für die aufgrund ihres Verbrauchsverhaltens kein intelligentes Messsystem gesetzlich vorgesehen ist, erhalten in den nächsten Jahren ein modernes digitales Strommessgerät. Das Hauptunterscheidungsmerkmal dieser beiden Messeinrichtungen besteht in ihrer Kommunikationsfunktion. Das intelligente Messsystem speichert permanent Verbrauchsdaten und übermittelt abrechnungsrelevante Informationen an ein zentrales Rechenzentrum in der Nähe von Hannover.

Der Netzkunde hat auf diese „seine“ Daten jederzeit über ein geschütztes Internetportal Zugriff. Das moderne digitale Strommessgerät stellt Informationen wie momentaner Stromverbrauch, Verbrauch der letzten 24 Stunden, der letzten 7, 30 und 365 Tage direkt am Gerät zur Verfügung. Außerdem besteht die Möglichkeit, zu einem selbstbestimmten Zeitpunkt ein Zählwerk auf null zu stellen und eine separate Messung zu starten.

Der nun angelaufene Feldversuch auf Rügen hat das Ziel, die Stabilität der Messeinrichtungen und der Datenübertragungswege in der Praxis unter Beweis zu stellen. Es werden dazu zwei unterschiedliche Wege der Datenübertragung aufgebaut. Ausschließlich in Bergen wird die sogenannte „Powerline“-Kommunikation (PLC) zur Anwendung kommen. Dabei wird die Stromleitung gleichzeitig als Datenleitung genutzt. 20 Transformatorenstationen wurden mit einem Modul zum Empfang dieser Signale ausgerüstet. Über das öffentliche Mobilfunknetz LTE wird die Übertragung der Daten zum Rechenzentrum fortgesetzt.

Die zweite technische Lösung sieht die Übertragung der Daten direkt ab Stromzähler über das öffentliche Mobilfunknetz vor. Bei dieser Methode wird es darauf ankommen, dass an den jeweiligen Zählerplätzen eine Netzabdeckung der Mobilfunkanbieter gegeben ist.